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Steuerliche Absetzbarkeit von Aus- und Weiterbildungskosten im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung/Einkommensteuererklärung
Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien, österreichweit

Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen sind im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten und im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn sie Kosten für Fortbildung, Ausbildung im verwandten Beruf oder eine umfassende Umschulung darstellen.

Eine Fortbildung liegt vor, wenn bereits eine berufliche Tätigkeit ausgeübt wird und die Bildungsmaßnahmen (z. B. berufsbezogene Kurse, Seminare) der Verbesserung von Kenntnissen und Fähigkeiten in Ausübung dieser Tätigkeit dienen. Fortbildungskosten sind als Werbungskosten abziehbar. Auch kaufmännische oder bürotechnische Grundausbildungen (z. B. EDV-Kurse, Internet-Kurse, Erwerb des europäischen Computerführerscheins, Einführungskurse in Buchhaltung, Kostenrechnung, Lohnverrechnung oder Steuerlehre) sind ohne Prüfung einer konkreten Verwertbarkeit im jeweiligen Beruf abzugsfähig (siehe Sprachkurse).

Eine Ausbildung liegt vor, wenn die Bildungsmaßnahmen zur Erlangung von Kenntnissen dienen, die eine künftige Berufsausübung ermöglichen. Sie sind absetzbar, wenn sie im Zusammenhang mit einer zum aktuell ausgeübten Beruf verwandten Tätigkeit stehen. Verwandte Tätigkeiten sind z. B. Friseur und Fußpfleger, Fleischhauer und Koch, Elektrotechnikern und EDV-Techniker.

Berufsbezogene Aus- und Weiterbildung und Umschulung (z. B. Kurskosten, Fachliteratur, Lehrbehelfe) sowie sämtliche mit der Bildungsmaßnahme zusammenhängende Kosten (z. B. Fachliteratur, Fahrt- und Nächtigungskosten) sind als Werbungskosten im Zuge der ArbeitnehmerInnenveranlagung absetzbar.
Dies umfasst z. B. auch Kosten für ein Universitätsstudium, als auch Kosten für die Absolvierung eine BMHS sowie die Ablegung der Berufsreifeprüfung.

Beispiele für abzugsfähige Fort- und Ausbildungsaufwendungen:

  • Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Besuch einer HTL (Elektrotechnik) durch einen Elektriker
  • Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Architekturstudium eines Baumeisters (HTL) an einer Technischen Universität
  • Aufwendungen einer Restaurantfachfrau im Zusammenhang mit dem Besuch eines Lehrganges für Tourismusmanagement
  • Aufwendungen eines Technikers im Zusammenhang mit der Ablegung der Ziviltechnikerprüfung
  • Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ablegung einer Berufsreifeprüfung oder dem Besuch einer AHS/BHS oder einem einschlägigen Universitätsstudium durch öffentlich Bedienstete

Auch Kosten für eine Umschulung sind absetzbar.

Beispiele für abzugsfähige Umschulungsmaßnahmen:

  • Ausbildung einer Arbeitnehmerin aus dem Druckereibereich zur Krankenpflegerin
  • Aufwendungen eines Landarbeiters im Zusammenhang mit der Ausbildung zum Werkzeugmacher
  • Aufwendungen einer Schneiderin im Zusammenhang mit der Ausbildung zur Hebamme
  • Aufwendungen eines Studenten, der zur Finanzierung seines Studiums Einkünfte aus Hilfstätigkeiten oder aus fallweisen Beschäftigungen erzielt

Die Kosten für ein Universitätsstudium können als Fortbildungskosten (z. B. Zweitstudium mit enger Verflechtung zum Erststudium wie etwa das Studium der Betriebswirtschaftslehre durch einen Juristen), als Ausbildungskosten in einem verwandten Beruf (z. B. Betriebswirtschaftsstudium eines Industriekaufmannes) oder als Umschulungskosten (z. B. Pharmaziestudium einer Bibliothekarin) absetzbar sein.

Dabei sind nicht nur Studienbeiträge, sondern sämtliche mit der Bildungsmaßnahme zusammenhängenden Kosten (z. B. Fachliteratur und Fahrtkosten) abzugsfähig.

Kosten für berufsbildende Schulen sind absetzbar, wenn sie mit dem ausgeübten oder einem verwandten Beruf zusammenhängen oder eine umfassende Umschulung darstellen. Absetzbar sind z. B. Aufwendungen einer Buchhalterin, die am Abend eine Handelsschule oder eine HAK besucht; eines leitenden Angestellten eines Exportunternehmens, der eine einschlägige Fachhochschule besucht; oder eines Technikers, der eine HTL besucht.

Hinweis: Nicht abzugsfähig sind Kosten für Ausbildungen, die hauptsächlich die Privatsphäre betreffen. Darunter fallen etwa Kosten für den B-Führerschein, für Sportkurse oder für Persönlichkeitsbildung. Die Kosten für den C-Führerschein können nur dann abgesetzt werden, wenn der Führerschein für den ausgeübten oder verwandten Beruf benötigt wird.

Unselbständig Erwerbstätige können im Zuge der Arbeitnehmeranlagung (Steuerausgleich) die Aufwendungen als abzugsfähige Werbungskosten geltend machen.
Selbständig Erwerberbstätige tragen die Aufwendungen im Rahmen der Einkommensteuererklärung als abzugsfähige Werbungskoten ein.

Nähere Informationen sind auf der Website des Finanzministeriums (BMF) erhältlich:
zur Arbeitnehmerveranlagung: https://www.bmf.gv.at/steuern/arbeitnehmer-pensionisten/arbeitnehmerveranlagung/abc-der-werbungskosten.html
zur Einkommenssteuererklärung: https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/einkommensteuer/einkommensteuer.html

Die Bemessungsgrundlage für die Steuerleistung reduziert sich um die Weiterbildungskosten geltend gemacht

  • als Werbungskosten im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung
  • als Werbungskosten im Rahmen der Einkommenssteuererklärung

Bundesministerium für Finanzen
Johannesgasse 5
1010 Wien
Tel.: 01/51 433-0
Internet: www.bmf.gv.at
bzw. das jeweilig zuständige Finanzamt in den Bundesländern

Es gelten die Fristen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bzw. Einkommenssteuererklärung.

Nähere Informationen sind beim Finanzministerium bzw. beim regional zuständigen Finanzamt des jeweiligen Bundeslandes erhältlich.

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