Steuerliche Förderung der beruflichen Bildung

Ausgaben und Aufwendungen als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten:

  • Ausgaben und Aufwendungen zur beruflichen Weiterbildung, soweit diese im Zusammenhang mit der ausgeübten beruflichen Tätigkeit stehen, können als Betriebsausgaben bzw. als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden.
  • unselbstständig Erwerbstätige können auch die Ausbildungskosten für einen Beruf, der mit dem derzeitig ausgeübten Beruf artverwandt ist, als Werbungskosten steuerlich absetzen
  • selbstständig Erwerbstätige können reine Ausbildungskosten, soweit sie im Zusammenhang mit dem ausgeübten bzw. einem damit verwandten Beruf stehen, als Betriebsausgaben steuerlich absetzten (dazu zählt u. a. der Besuch von Fachhochschulen oder berufsbildenden höheren Schulen).

Unter Aus- und Weiterbildungskosten versteht man etwa Kurs- und Seminarkosten, Kosten für Lernbehelfe sowie Fahrt- und Nächtigungskosten, wobei bei letzteren das den Bundesbediensteten zustehende Nächtigungsgeld in der Höchststufe nicht überschritten werden darf. Von der steuerlichen Absetzbarkeit ausgeschlossen sind vor allem Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen, die allgemeinen Charakter haben (z. B. AHS-Matura), im Zusammenhang mit einem ordentlichen Universitätsstudium stehen oder der privaten Lebensführung dienen (z. B. Sport, Führerschein etc.).

 

Bildungsfreibetrag (ACHTUNG: nur noch für Wirtschaftsjahre die vor dem 1. Jänner 2016 begonnen haben)

Seit der Steuerreform 2000 (und dem Konjunkturbelebungspaket 2002) besteht für Unternehmen die Möglichkeit, für Aus- und Weiterbildungskosten, die im betrieblichen Interesse für MitarbeiterInnen aufgewendet werden, einen Freibetrag in Höhe von 20 % dieser Kosten in Anspruch zu nehmen. Dieser Bildungsfreibetrag gilt sowohl für externe als auch für interne Weiterbildungsmaßnahmen.

Der Bildungsfreibetrag senkt die Bemessungsgrundlage für die Einkommen- und Körperschaftsteuer und wird im Rahmen der Steuererklärungen geltend gemacht.

Der externe Bildungsfreibetrag steht für betriebliche Aufwendungen zu

  • die außerbetriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen betreffen
  • im betrieblichen Interesse für ArbeitnehmerInnen getätigt werden
  • auf die berufliche Weiterbildung von ArbeitnehmerInnen abzielen

Als außerbetriebliche Aus- und Weiterbildungseinrichtungen werden anerkannt:

  • Bildungseinrichtungen von Körperschaften öffentlichen Rechts (z. B. WIFI, BFI)
  • und Einrichtungen, deren Geschäftstätigkeit wesentlich in der Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der beruflichen Aus- oder Weiterbildung liegt und deren Bildungsangebot sich an einen unbestimmten Personenkreis richtet

Der interne Bildungsfreibetrag steht (seit 2003) für innerbetriebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Ein interner Bildungsfreibetrag kann nur insoweit geltend gemacht werden, als die Aufwendungen je Aus- und Weiterbildungsmaßnahme EUR 2.000,00 pro Kalenderjahr nicht übersteigen. Bei einer Veranstaltungsdauer von bis zu 4 Stunden reduziert sich dieser Höchstbetrag auf EUR 1.000,00.

 

Bildungsprämie (ACHTUNG: nur noch für Wirtschaftsjahre, die vor dem 1. Jänner 2016 begonnen haben)

Alternativ zum Bildungsfreibetrag können Unternehmen für Aufwendungen, für die ein externer Bildungsfreibetrag zustehen würde, auch eine Bildungsprämie in Höhe von 6 % in Anspruch nehmen. Die Bildungsprämie wird ebenfalls über die Einkommen- bzw. Körperschaftsteuererklärung geltend gemacht und dem Abgabenkonto des Steuerpflichten gutgeschrieben. Eine Inanspruchnahme anstelle des Freibetrages ist insbesondere in Verlustjahren sinnvoll.

 

HINWEIS: Bildungsfreibetrag und Bildungsprämie wurden mit der Steuerreform 2015/2016 abgeschafft. Eine Inanspruchnahme ist nur noch für Wirtschaftsjahre möglich, die vor dem 1. Jänner 2016 begonnen haben.